
Bin ich richtig hier?
Diese Frage wird oft zu Beginn einer Psychotherapie gefragt und ist in der ersten Stunde völlig normal.
Oft schwingt mit: „Bin ich schwer genug krank, um hier zu sein? Ist mein Problem groß genug?“
Es geht nicht um „Schwere“
Du muss nicht am Boden sein oder in einer akuten Krise sein, um eine Therapie zu brauchen.
Oft ist es eher das Gefühl zu „funktionieren“.
Dabei wird am meisten Energie darin investiert, genau diese Fassade aufrechtzuerhalten.
Angst vor der Diagnose
Viele haben große Angst, dass sie am Ende nur ein „Label“ oder eine „Diagnose“ bekommen.
- Die Diagnose ist ein Werkzeug, kein Urteil: Eine Diagnose ist kein Stempel, der sagt „Du bist krank“, sondern ein Werkzeug, um zu verstehen, wie die Probleme entstanden sind. Sie hilft uns, den richtigen Schlüssel für das Schloss zu finden.
- Verständnis vor Etikettierung: In der ersten Stunde geht es noch gar nicht um Diagnosen. Es geht darum, Dich als Person kennenzulernen. Die Diagnose kommt später, wenn nötig, und sie dient nur dazu, den Therapieplan zu optimieren.
Es gibt kein „Richtig“ oder „Falsch“
- Jedes Problem ist wichtig: Es gibt keine Skala, die misst, wer „leidenswürdiger“ ist als der andere.
Wenn Du Dich einsam, gestresst, verloren oder blockiert fühlst, ist das Deine Realitätsausschnitt –
und damit ein gültiger Grund eine Thearapie zu beginnen. - Therapie ist kein Wettbewerb: Du musst nichts „erarbeiten“, um dort zu sein.
Du bist da, weil Du Hilfe suchst. Das allein ist der Grund, der zählt.
Zusammenfassend:
Es gibt keine Prüfung, die Du bestehen musst.
In der Therapie wird gemeinsam herausgefunden, was Du brauchst – und das ist immer „richtig“.
Therapie kann wie ein Training für die Psyche sein mit dem möglichen Ziel, besser mit sich selbst umzugehen oder alte Muster zu durchbrechen.