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14. April 2026

Defensivsystem

wenn es in der Psychotherapie aktiviert wurde:
//erkennen & verstehen

  • In der Psychotherapie begegnen Therapeuten häufig dem sogenannten 
    aktivierten Defensivsystem bei ihren Klienten.
  • Dieses System ist eine Schutzreaktion der Psyche, die in belastenden oder
    bedrohlich empfundenen Situationen automatisch anspringt.
  • Es hat das Ziel, unangenehme Gefühle, Gedanken oder Erinnerungen
    abzuwehren, um das seelische Gleichgewicht zu bewahren.

    -> Doch gerade in der Therapie kann ein aktiviertes Defensivsystem hinderlich sein.

Woran merken die Klienten, dass sie sich im aktivierten Defensivsystem befinden?

Klienten können verschiedene Signale wahrnehmen, die darauf hinweisen, dass ihr Defensivsystem aktiv ist:

  • Emotionale Blockaden: 
    Plötzliches Gefühl von Überforderung, Angst, Wut oder Verzweiflung, das sich kaum erklären lässt.
  • Vermeidung: 
    Das Umgehen bestimmter Themen, Gedanken oder Situationen in der Sitzung, oft unbewusst.
  • Rationale Abwehr: 
    Übermäßiges Analysieren, Verharmlosen oder das Verweigern emotionaler Auseinandersetzung.
  • Körperliche Reaktionen: 
    Anspannung, Herzrasen, Schwitzen, innere Unruhe oder das Gefühl, „abzuschalten“.
  • Kommunikationsmuster: 
    Schweigen, ausweichende Antworten, häufiges Themawechseln oder
    Widerstand gegen therapeutische Interventionen.

-> Diese Signale sind Warnzeichen, dass die Psyche Schutzmechanismen aktiviert hat,
um sich vor vermeintlicher Bedrohung zu schützen.

Warum ist das aktivierte Defensivsystem in der Therapie nicht hilfreich?

Das Defensivsystem schützt kurzfristig vor emotionalem Schmerz,
doch in der Therapie wirkt es oft als Barriere:

  • Verhindert tiefere Verarbeitung: 
    Wenn die Abwehrmechanismen dominieren, können wichtige belastende Erfahrungen
    nicht ausreichend bearbeitet werden.
  • Blockiert Veränderung: 
    Therapie lebt von der Offenheit und dem Erleben auch unangenehmer Gefühle.
    Ein aktiviertes Defensivsystem schränkt diese Offenheit stark ein.
  • Erhält Symptome: 
    Durch Vermeidung und Abwehr bleiben problematische Muster bestehen,
    da sie nicht wirklich angeschaut und verstanden werden.
  • Erschwert die Beziehung: 
    Ein aktives Defensivsystem kann die vertrauensvolle Verbindung zu Therapeuten beeinträchtigen,
    weil Nähe und Verletzlichkeit gemieden werden.

Lösung durch Zusammenarbeit

  • Klienten können lernen, ihre Abwehrmuster zu erkennen, um gemeinsam mit
    der Therapeutin oder dem Therapeuten behutsam daran zu arbeiten.
  • So kann ein Raum für echte Veränderung und Heilung entstehen.
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